Ich liebe den Menschen, nicht das Geschlecht.

Ich bin das Mädchen, dass zu Hause rausgeschmissen wurde, weil ich meiner Mam anvertraut hab, dass ich lesbisch bin.

Ich bin die Prostituierte, die die Straßen abklappert, weil niemand eine transsexuelle Frau anheuern will.

Ich bin die Schwester, die ihrem schwulen Bruder in den schmerzlichen, tränenreichen Nächten zur Seite steht.

Wir sind die Eltern, deren Tochter schon lange vor ihrer Zeit für uns gestorben ist.

Ich bin der Mann, der ganz alleine in einem Krankenhauszimmer gestorben ist, weil sie nicht meinen Partner reinlassen wollten, mit dem ich seit 27 Jahren zusammen bin.

Ich bin das Pflegekind, das aus Alpträumen aufwacht, in denen es ihren zwei Vätern weggenommen wird, der einzigen liebevollen Familie, die ich jemals gehabt habe. Ich wünschte, sie könnten mich adoptieren.

Ich gehöre zu den Glücklichen, nehme ich an. Ich habe den Angriff überlebt, wegen dem ich drei Wochen im Koma lag. In einem Jahr kann ich wahrscheinlich wieder laufen.

Ich gehöre nicht zu den Glücklichen. Ich habe mich umgebracht, wenige Wochen bevor ich die Highschool absolviert hätte. Es war einfach zu viel zu ertragen.

Wir sind das Paar, dessen Maklerin einfach aufgelegt hatte, nachdem sie erfahren hatte, dass wir eine Ein-Zimmer-Wohnung für zwei Männer mieten wollten.

Ich bin die Person, die welche niemals weiß, welchen Waschraum ich benutzen soll, wenn ich verhindern will, dass sich das Management über mich beschwert.

Ich bin die Mutter, der es nicht erlaubt ist ihr Kind, dass sie geboren, um das sie sich gekümmert und das sie aufgezogen hat, zu besuchen. Das Gericht sagt, ich bin eine unpassende Mutter, weil ich mittlerweile mit einer anderen Frau zusammenlebe.

Ich bin diejenige, die häusliche Gewalt erlebt hat und erfahren muss, dass das System, was mir helfen soll, plötzlich Abstand nimmt, nachdem sie erfahren haben, dass diejenige, die mich missbraucht hat, ebenfalls eine Frau ist.

Ich bin derjenige, der häusliche Gewalt erfahren hat und kein System hat, an das er sich zur Unterstützung wenden kann, weil ich männlich bin.

Ich bin der Vater, der Angst hat, seinem Sohn Zuneigung zu zeigen, weil ich so erzogen wurde, Angst vor dem Zeigen von Zuneigung anderer Männer gegenüber zu haben.

Ich bin die Hauswirtschaftslehrerin, die immer Sport unterrichten wollte, bis man mir sagte, dass so was nur Lesben tun.

Ich bin die Person, die gestorben ist, weil die Rettungssanitäter aufhörten mich zu behandeln, sobald sie gemerkt hatten, dass ich transsexuell bin.

Ich bin die Person, die sich schuldig fühlt, weil sie denkt, sie könnte so viel besser sein, wenn sie nicht immer mit einer Gesellschaft klar kommen müsste, die mich hasst.

Ich bin der Mann, der aufgehört hat, in die Kirche zu gehen, nicht weil ich aufgehört habe zu glauben, sondern weil sie die Türen vor solchen wie mir verschließen.

Ich bin die Person, die das verstecken muss, was die Welt am meisten braucht: Liebe.

Ich bin die Person, die Angst hat ihren geliebten christlichen Eltern zu erzählen, dass ich einen anderen Mann liebe.

Ich bin das Mädchen, das Angst hat ihren Freunden zu erzählen, dass sie lesbisch ist, weil sie es vielleicht jedem homophobischen Arschloch in meiner Klasse erzählen könnten.
27.12.09 12:36
 


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H (27.12.09 19:26)
Und ich bin das Mädchen, das man um ihren schwulen besten Freund beneidet, das Mädchen, das dich über alles liebt & immer für dich da sein wird. Egal, was kommt. <3

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